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Die sogenannten bank holidays sind
arbeitsfreie Tage, die in Schottland für Banken und einige
andere Institutionen gelten. Einige Firmen nutzen die Möglichkeit und schließen an den
Tagen ebenfalls: Der erst und letzte Montag im Mai sowie der letzte Montag im August sind
sogenannte Bank Holidays. Neujahr und der 2.Januar sind im ganzen Land Feiertage, ebenso Karfreitag und
Ostermontag und der erste Weihnachtstag. Darüber hinaus gibt es in schottischen Städten und Gemeinden div. Feiertage
unterschiedlichen Ursprüngs. Über das Jahr verteilt gibt es überall auf dem schottischen Festland und auf
den Inseln zahllose Veranstaltungen. Ceilidhs, die Tanz- und
Musikfeste, sind sehr beliebt. Man trifft sich in der Turnhalle oder im Gemeindehaus und
dann wird zu schottischer Musik und Gesang getanzt. Ceilidhs finden in kleinem und
größerem Rahmen bei jeder sich bietenden Gelegenheit statt. Traditionell waren sie
früher ein Beisammensein von Freunden und Nachbarn, dann wurden Geschichten erzählt,
gesungen und die Fiddel gespielt. Heute jedoch sind Ceilidhs eher organisierte
Festlichkeiten mit Musikkapellen und Künstlern. Kulturelle Höhepunkte sind unbestritten die Veranstaltungen
in Edinburgh sowie mehr und mehr auch in Glasgow. Die Edinburgher Festspiele (http://www.eif.co.uk) sind
vor nun über 50 Jahren erstmals initiiert worden und weit über die Grenzen Schottlands
bekannt. Bei diesem Festival, dem fast parallel dazu laufende Fringe Festival, mehrere andere Messen, Museen, Ausstellungen und Festivals - alles ziemlich zur gleichen Zeit im Sommer - mischen sich in Edinburgh
mit den verschiedensten Nationalitäten, Unterhaltung, Gastronomie und Showbusiness. Eine
Veranstaltung, die inzwischen ebenfalls auf der ganzen Welt bekannt und nicht nur für
Freunde schottischer Militärmusik gedacht ist, fällt bei der obigen Aufzählung
allerdings aus dem Rahmen. Das Military Tattoo (http://www.edintattoo.co.uk) wird, um eine Woche zeitversetzt zum Sommer Festival, jeden
Abend auf der Esplanade vor der grandiosen Kulisse der Burg veranstaltet. Zum Abschluß
findet jedes Jahr ein spektakuläres Feuerwerk mit Musik statt, das von überall in der
Stadt über der Burg zu sehen ist. Das begleitende Konzert wird live im Radio übertragen.
Doch auch dazu gibt es noch eine Steigerung denn die z. Zt. wohl größte Feier ihrer Art
in Europa ist die fünftägige Sylvester Veranstaltung (Hogmanay)
jeweils vom 29. Dezember - 2. Januar. Das St. Magnus Festival in Kirkwall und Stromness (Juni), das Robert Burns Festival in der Region um Ayr (Juni) oder die Festival Theatre Season in Pitlochry (von Mai bis Oktober) liegen zwar etwas im Schatten dieser Großveranstaltungen, sind aber, wie viele andere, oft nicht weniger interessant. Über sie kann man sich am besten beim lokalen TIC über im Internet informieren. Über die Scottish Tourist Guides Association
können gut informierte und geschulte Reiseleiter und Führer für Touren durch die
größeren Städte und den Rest des Landes gebucht werden. Diese Führungen können in
vielen verschiedenen Sprachen und für diverse Spezialkategorien durchgeführt werden. Die
gründliche Ausbildung der Guides erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Universität
Edinburgh und dauert jetzt rund zwei Jahre. Nähere Information sind erhältlich unter: Tel/Fax 0870 607 3071 oder 01786 44 77 84 E-mail: info@scotstga.freeserve.co.uk website: http://www.stga.co.uk Geschäfte haben allgemein von 9-17.30 Uhr geöffnet
und samstags schließen sie erst gegen 18 Uhr. Seit einiger Zeit haben verschiedene
Geschäfte vor allem aber Einzelhändler und große Einkaufszentren auch sonntags
geöffnet. Für den Mitteleuropäer ist das, zumindest tagsüber, natürlich der Kaffee.
Doch der ist in Großbritannien sicherlich nicht jedermanns Geschmack, wenn er nicht
gerade eingefleischter Genießer von Instantkaffee ist. Das heißt aber nicht, daß es in
Schottland keinen guten Kaffee gibt. Der wird nämlich mehr und mehr in guten Hotels,
Restaurants und in z. Zt. wie Pilze aus dem Boden schießenden coffee-shops serviert, doch
ist die Auswahl bei weitem noch nicht so groß wie daheim oder gar in Wien, Rom und
anderen Kaffeehochburgen. Tee ist die Alternative, und davon wird
überall reichlich Gebrauch gemacht. Allerdings ist die vertraute Zeremonie des
Aufbrühens etwas verändert, denn kurz und schmerzlos werden in Großbritannien meistens
Portionsbeutel verwendet. Diese finden sich auch bei fast allen Übernachtungen im Zimmer,
zusammen mit einem Teekessel, etwas Milch, Geschirr etc. Die Möglichkeit dieses
kostenlosen Heißgetränks auf dem Zimmer wird gern genutzt. Exportiert kann der early morning tea sogar zu Hause zu einer
genußvollen Angewohnheit werden. Das bekannteste Getränk in Schottland ist natürlich
der Whisky - das Wasser des Lebens oder gäl. uisge-beatha. Vorsicht mit den alten Gewohnheiten! Eine
der größten Sünden wäre es, ihn mit Soda, Cola oder gar Eiswürfeln zu versetzen. Der
Schotte trinkt den Malt entweder pur oder gibt allenfalls einige wenige Tropfen reinen
Wassers hinzu (meistens im Krug auf der Theke). Damit streckt er das hochprozentige
Getränk nicht nur etwas, sondern verhilft dem Aroma auch zur Entfaltung. Was den Kauf von
Whisky betrifft, so sind die Preise beim Hersteller oder im
Laden meistens höher als in den Regalen daheim. Für
Informationen über einige wenige Destillen s. Exkurs:
Dem Whisky auf der Spur. Für alle
Whiskykenner und -liebhaber empfiehlt sich folgender Kontakt. The Scotch Whisky Association 20 Atholl Crescent Edinburgh EH3 8HF 0131 229 4383 Interessantes über Whisky kann man natürlich auch aus dem www erfahren, hier
nur ein Tip stellvertretend für die vielen Sites: http://www.scotchwhisky.com Das gängigste Getränk in den Pubs ist freilich Bier. Bestellt wird ein half pint oder ein pint (0,57 1). Wer keine Experimente eingehen
will, hält sich dabei an das lager, das dem
deutschen Hellen geschmacklich noch am nächsten kommt, aber bestimmt nicht dessen
Pilscharakter und bestimmt nicht den gewohnten Schaumkrone hat. Früher wurde nur mit Luft
gezapft, die mit einem langen Hebel ins Faß gepumpt wurde. Mehr und mehr werden jetzt
aber auch Kohlensäure und Stickstoff eingesetzt, doch wie früher werden die Gläser in
einem Zug randvoll geschenkt. In Schottland wird heute meistens das sogenannte 70-Shilling
oder 80-Shilling o.ä. getrunken, ein kräftiges, leicht bräunliches Bier oder Ale, oft aber auch eines
der vielen anderen lokalen oder englischen Bitter Biere und
evtl. auch noch ein schwarz-braunes, irisches stout
wie z. B. Guiness o.ä. - die aber natürlich nur vom Faß. Einige Biersorten:
Neben Bier und Whisky gibt
es noch aus England den Cider, eine Art Apfelwein, der von süß bis trocken variiert.
Traditionell und seit Jahrhunderten ist Wein ein beliebtes Getränk nicht nur zum Dinner.
Den, wie auch Spirituosen, andere Alkoholika und Bier, gibt es allerdings lediglich in
sogenannten licenced (konzessionierten)
Geschäften wie Thresher's, Victoria Wines, Safeways, Sainsburys o.ä. zu
kaufen. Natürlich sind auch alle bekannten Arten von alkoholfreien Softdrinks z. B. Cola,
Mineralwässer, Tonic Water oder Ginger Ale, oder der nationale Softdrink Schottlands, das
sehr süße und knall-orangefarbene Irn Bru, das
2001 schon seinen 100. Geburtstag feiern konnte, zu haben. In allen Pubs und Bars gilt
aber einheitlich (mit ganz wenigen Ausnahmen): die Getränke werden an der Theke bestellt,
dort gleich bezahlt und selbst mit an den Tisch genommen. Es ist auch durchaus üblich,
sich vor dem Essen in der Hotelbar zu einem Drink zu treffen und diesen mit in das
Restaurant zu nehmen. In Schottland dürfen Pubs (Gaststätten)
und Clubs (private Bars) zum Verkauf alkoholischer Getränke zwischen 11 und 23 von Montag
bis Sonnabend und sonntags von 12:30-14:30 und 18:30-23:00 geöffnet sein. Die
Unterbrechung am Nachmittag kann durch eine beantragte Verlängerung überbrückt werden
und Konzessionsinhaber können sogar eine gelegentliche oder gar regelmäßige
Verlängerung für eine Spätkonzession beantragen. Damit können z. B. die Gaststätten
in Edinburgh während des Festivals bis 1.00 Uhr früh geöffnet bleiben. Die Highland
Games manchmal etwas herablassend als Haferflocken-Olympiade bezeichnet, sind
trotz ihres Namens nicht nur im Hochland zu sehen. Inzwischen sind sie auch in Edinburgh
ein Bestandteil des Sommerprogramms und sogar sehr beliebt. Schon vor über eintausend Jahren gab es mit den
Vergleichskämpfen der Könige oder Clanchiefs die ersten Vorläufer dieser Wettbewerbe.
Die Sieger hatten das Privileg, dann als Kurierläufer oder Bodyguards der Clanchiefs
eingestellt zu werden. Heute gehören zu den Games verschiedene Leichtathletikdisziplinen,
Geschicklichkeitsprüfungen und Kraftproben, Hochlandtänze und Dudelsackspieler. Das ganze Spektakel wird auf einem
großen Festplatz ausgetragen. Die vom Fernsehen und aus der Presse her bekanntesten und
farbenprächtigsten Spiele finden jedes Jahr am ersten Sonnabend im September in Braemar statt. Es ist Tradition, daß die Königin mit Familienmitgliedern, die zu
dem Zeitpunkt mit ihr auf dem naheliegenden Familienschloß Balmoral Castle
ihren Jahresurlaub verbringen, am Nachmittag für einige Stunden die Highland Games von
Braemar besucht. Die Garderobe für die meisten Restaurants und Pubs ist
im allgemeinen leger. Einige Spitzenhotels, Landhäuser und Restaurants und ähnliche
Einrichtungen bestehen jedoch zumindest beim abendlichen Dinner auf Jackett und Krawatte
bei den Herren und entsprechendes bei den Damen. Steht dann allerdings formal
o.ä. auf der Einladung, dann ist das lange Abendkleid und bei den Herren das Dinnerjacket
gefordert. In Schottland ist das Wetter nie
schlecht, bekanntlich ist die Kleidung höchstens unpassend. Wegen der sich manchmal
schnell ändernden Wetterverhältnisse ist eine regendichte Jacke oder ein Anorak
angebracht; ein Pullover kann auch nicht schaden. Wer höher hinaus will, sprich Touren wandern oder Berge besteigen
möchte, muß zudem auf drastische Temperaturwechsel vorbereitet sein. Wind- und
regenfeste, warme Kleidung und Ausrüstung gehören genauso wie gute Wanderschuhe und
mindestens ein Stock ins Gepäck. Obwohl die Berge Schottlands im mitteleuropäischem
Vergleich nicht hoch sind, dürfen Bergwanderungen oder gar -besteigungen keinesfalls auf
die leichte Schulter genommen werden. Die Wetterumschwünge sind sehr plötzlich, und eine
Orientierung in den Wolken und im Regen und Schnee ist oft unmöglich. Unbedingt ein Muß
sind deshalb bei Bergwanderungen in Schottland eine sehr gute Karte der Region (sehr zu
empfehlen sind die Ordnance Survey und Pathfinder-Karten in den
verschiedensten Maßstäben, die besonders die von Touristen gern besuchten Gegenden gut
abdecken und viele Zusatzinformationen bieten), Kompaß und Wärmefolie, Notration,
Signalausrüstung, und ein Mobiltelefon. Ebenso wichtig ist die Vorabinformation über die
Region und das Ziel beim örtlichen TIC oder der Bergwacht.
Angaben über die Route mit Abmarschzeit und geschätzter Rückkehr sollten schriftlich
(und lesbar) im Wagen oder Hotel hinterlassen werden, damit die Bergrettung notfalls
Informationen hat. Auch wenn sich mittlerweile das metrische System auf der Insel offiziell
durchgesetzt hat, sind traditionell in einigen Bereichen noch immer britische Maß- und Gewichtseinheiten üblich. Das wird sich so schnell auch nicht ändern.
So sind z. Zt. noch die Meilenangaben auf den Straßenschildern (und
Straßenkarten) und das Pint von EU-Regulierungen verschont.
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