|
|||||||||||
|
Charly stellt euch vor:
das Pottok-Pony Mirabelle
Hallo, ich bin Mirabelle, eine schwarz weiss gescheckte Pottok-Pony Stute. Die Spanier nennen mich Pottoka "Mirabella" !
Wir Pottok sind eine uralte französische und spanische Ponyrasse und stammen aus der französischen Provinz "Pays Basque". Die liegt in den westlichen Pyrenäen, das Gebirge zwischen Frankreich und Spanien, wo wir früher auch als Schmugglerponys dienten. Wir sind trittsicher, robust und selbstständig.
Von einem Pferdehändler wurde ich mit etwa vier Jahren an die Jugendherberge mit Reitbetrieb Platzhof bei Kandern verkauft. Dort haben Kinder gelernt, auf mir zu reiten. Irgendwann wurde mir das zu blöd, und ich habe den Flugunterricht eingeführt. Das hat die Reitlehrer zu der Überlegung veranlasst, mich weiter zu verkaufen.
Ich merkte davon nicht viel, denn ich blieb noch ein Jahr auf dem Platzhof, damit die Moni mit mir noch
Unterricht in Westernreiten nehmen konnte.
Moni musste dabei lerne, das sie nicht nur die Hilfen korrekt an mich weitergeben muss. Zuerst wollte ich wissen, wer der Chef ist, der sagt, wo es lang geht - Moni oder ich. Daher habe ich erst mal ihre Sattelfestigkeit rodeomässig ausgetestet. Ärgerlich, ich konnte sie weder abwerfen noch abschrecken.
Schliesslich wurde ich an den neuen Wohnort von Moni gebracht: nach Hottingen zum
Als ich zu der ersten Isländer Gruppe kam, war ich im Rang die letzte. Bei der nächsten Gruppe bekam ich es auch an die Nerven, weil die mich beschnuppern wollten und alle auf mich zu rannten. Ich imponierte zwar mit erhobenen Kopf und Schweif, lief aber weg.
Bei der nächsten Gruppe drehte ich von Anfang an den Spies um und scheuchte die Isi-Jungstuten wie ein Hengst über die Weide, umkreiste sie eine Stunde und imponierte mächtig. So wurde ich Nummer eins in der Gruppe.
Ich habe ein Hobby. Meine Lieblingsbeschäftigung ist fressen.
Wahrscheinlich brauchten wir diese Fettreserven früher, um im Gebirge über den Winter zu kommen. Auch hier im Hotzenwald liegt im Winter noch reichlich Schnee und die Weiden sind kahl gefressen. Bei den Menschen werden wir mit Heu, Stroh und Silage gefüttert. So leiden wir keinen Hunger. Am liebsten fresse ich trockenes Brot, Möhren und Äpfel. Bekommt ich ein Stück trockenes Brot, versuche heraus zu finden, was den "Leckerlispender" dazu veranlasst habe könnte, ein Leckerli heraus zu rücken. So bringt mir Moni neue Tricks bei, um meinen Magen zu füllen. Tut sie das nicht, gebe ich vor, sie nicht verstanden zu haben. Warum sollte ich mir auch was merken, wenn es sich für mich nicht lohnt? Auf Lob durch streicheln oder Schulter klopfen kann ich verzichten, ich mag nicht ständig berührt werden.
Fast jeden Tag geht Moni mit mir ausreiten. An den Pferdekoppeln bleiben wir stehen. Solange sie die Pferde beobachtet, darf ich das köstliche Gras fressen. Viel zu früh ruf sie: es geht weiter ! Dann zupfe ich schnell so viel wie möglich von dem Gras ab und sammele es im Maul, um es unterwegs zu fressen. Natürlich merke ich mir jede Stelle, an der ich schon einmal fressen durfte. Sicher darf ich es da nächstes mal wieder. Auf jeden Fall werde ich da anhalten und es versuchen!
Begegnen uns unterwegs Spaziergänger mit einer Plastiktüte, hoffe ich immer, das darin trockenes Brot ist, das sie mir bringen wollen. Deshalb bleibe ich direkt vor ihnen stehen und wartet sehnsüchtig auf die Fütterung. Wenn ich unterwegs mal mein verdautes Futter entlassen muss, biege ich ein Stück vom Weg ab in den Wald und lass es da fallen. Als Schmugglerpony würde ich ja sonst den Schmugglerpfad verraten und auf einer schnellen Flucht womöglich darauf ausrutschen. Das musste mir niemand beibringen.
Nach einem Ausritt ist das beste für den Rücken, sich mal ausgiebig zu wälzen. Das lockert und entspannt die Muskeln.
Eigentlich habe ich harte Hufen und könnte daher barhuf laufen. Durch die Hufrehe ist an den Vorderhufen die Weisse Linie aber so breit geworden, das sich kleine Steinchen schnell eintreten.
Daher besucht mich der Hufschmied regelmässig. Erst nimmt er die alten Hufeisen herunter, schneidet und raspelt den Huf in Form. Dabei wird er wieder steiler gestellt. Ich geniesse das immer.
Die Hufeisen werden in passender grösse ausgesucht und im Gasbrenner erhitzt. Das glühende Hufeisen wird mit einer Zange auf das Hufhorn gehalten. Das sengt sich unter viel Rauch gleichmässig ab und verschliesst gleichzeitig winzige Öffnungen. Mir tut das so wenig weh wie den Menschen die Fingernägel schneiden. Dann wird das heisse Hufeisen in einen Eimer voller Wasser geworfen und kühlt schnell ab.
Das kalte Hufeisen wird von unten mit Hufnägeln auf den Huf genagelt. Dabei muss der Schmied gut aufpassen, dass er die Nägel nach aussen rauskommen lässt, ohne die Weisse Linie zu berühren. Sonst hat er mich vernagelt, und das tut so weh, wie wenn ein Mensch einen Holzsplitter unter die Fingernägel bekommt.
Zum Schluss werden die Nagelenden abgezwickt und nach unten umgebogen. Dann habe ich für zwei Monate neue Schuhe. Weil Moni kein weiteres Pottok-Pony bekannt war, hat sie im Internet danach gesucht. Er vermutet, das ich in Zweiter Generation von dem grossen und berühmten Hengst Iratzia (1974 - 1999) abstamme. Mein Vater war vermutlich der Hengst Résano, hier auf einer Show in Paris 1988.
Über Christian erfuhr Moni auch, das in der Schweiz um die 80 Pottoks gehalten werden.
Sollte noch jemand ein Potti kennen, bitte melden !!!
      |
|||||||||||